Handelsnamen: Esconarkon®, Euthasol®, Euthoxin®, Release®, Euthadorm® u.a.
Synonyme: Pentobarbitalum, (±)-5-Ethyl-5-(pent-2-yl)-1,3-diazinan-2,4,6-trion, Natrium-Pentobarbital
Englisch: pentobarbital

Definition
Pentobarbital ist ein Arzneistoff aus der Klasse der Barbiturate, der heute (2026) fast nur noch in der Veterinärmedizin verwendet wird.
Chemie
Pentobarbital hat die Summenformel C11H17N2O3 und eine molare Masse von 226,27 g/mol. Bei Raumtemperatur liegt Pentobarbital als farbloses bis weißes, kristallines Pulver vor. In Form des Natriumsalzes (Natrium-Pentobarbital) ist es sowohl in Wasser als auch in Alkohol gut löslich.
Die chemische Struktur von Pentobarbital ist stark mit der von Thiopental verwandt. Einziger Unterschied ist ein Sauerstoffatom anstelle eines Schwefelatoms.

Strukturformel Pentobarbital
Wirksort
Pentobarbital besitzt – wie andere Barbiturate – eine depressive Wirkung auf das ZNS. Dabei wirkt der Arzneistoff hauptsächlich auf den sensorischen Anteil der Großhirnrinde, den Thalamus sowie die motorischen Zentren des Gehirns. Pentobarbital kann nach Verabreichung sämtliche Stimmungslagen (Aggression, Lethargie, Depression, usw.), paradoxe Erregungszustände oder auch ein tiefes Koma (bis hin zum Tod) verursachen.
Bei geringer Dosierung führt Pentobarbital zu einer Sedierung. Eine klinisch relevante analgetische Wirkung besteht nicht. Analgetische Effekte treten erst im Rahmen einer tiefen Anästhesie auf und sind dann nicht von der allgemeinen ZNS-Depression zu trennen.
Dosierung
Pentobarbital sollte nicht strikt nach Dosierungsempfehlung – sondern nach eintretender Wirkung – appliziert werden. Gleichzeitig sollte die intravenöse Injektion stets langsam erfolgen.
| Tier | Anwendung | Indikation | Dosis |
|---|---|---|---|
| Katze | intravenös | Sedation | 2-4 mg/kgKG |
| Anästhesie | 25 mg/kgKG, bei Bedarf kann mit 10 mg/kgKG nachdosiert werden | ||
| Status epilepticus | 3-15 mg/kgKG (Cave: Überdosierung vermeiden) | ||
| Hund | intravenös | Sedation | 2-4 mg/kgKG |
| Anästhesie | 30 mg/kgKG (bis Wirkungseintritt) | ||
| Status epilepticus | 3-15 mg/kgKG (Cave: Überdosierung vermeiden) | ||
| Pferd | intravenös | Anästhesie | 15-18 mg/kgKG (leichte Anästhesie) |
| Euthanasie | 50-60 mg/kgKG (Bolus) | ||
| Papageie | intraperitoneal | Euthanasie | 200 mg/kgKG |
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Zu den lokalen Nebenwirkungen zählen:
- Thrombophlebitis und Schmerzen an der Injektionsstelle (Pentobarbital ist stark gewebereizend)
- Spasmus der Arterienwand mit nachfolgender Gangrän
Zu den systemischen Nebenwirkungen zählen:
- kardiovaskuläre Depression
- Leukopenie
- Anämie
- Apnoe
Wechselwirkungen
- Acetylsalicylsäure
- Alprenolol
- Antihistaminikum
- orale Antikoagulantien
- Bromsulfopthalein
- Chloramphenicol
- Kortikosteroide
- Cyclophosphamid
- Dextrose
- Doxycyclin
- Doxapram
- Furosemid
- Lidocain
- Metoprolol
- Metronidazol
- Midazolam
- Neomycin
- Phenothiazine
- Phenytoin
- Chinidin
- Streptomycin
- Sulfonamide
- Theophyllin
- Valproinsäure
Kontraindikationen
- hypovolämischer Schock
- Anämie
- Respiratorische Insuffizienz
- Leberinsuffizienz
- Niereninsuffizienz
- Sectio caesarea
- junge Rinder unter 3 Monaten
Quelle
Literatur
- ↑ Keine Erlaubnis für den Erwerb des Betäubungsmittels Natrium-Pentobarbital zum Zweck der Selbsttötung. Pressemitteilung Nr. 81/2023 des Bundesverwaltungsgerichts. Abgerufen am 08.11.2023
- ↑ Keine Erlaubnis zur Einfuhr und Abgabe eines Betäubungsmittels zur Selbsttötung. Beschluss vom 08.08.2023 des OVG Münster Aktenzeichen 9 B 194/23. Abgerufen am 08.11.2023
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Stichworte: Anästhesie, Euthanasie, Haussäugetier, Narkotikum
Fachgebiete: Pharmakologie, Veterinärmedizin
